Realisierungswettbewerb MK6 Theresienhöhe in München

München, 2017

  • Auslober: GWG Städtische Wohnungsbaugesellschaft München mbH
  • Hochbau: florian krieger architektur und städtebau gmbh, Darmstadt
  • Auszeichnung: 2.Preis

Der Block ist in drei hofbildende Bereiche untergliedert und orientiert sich in seiner Maßstäblichkeit am unmittelbaren Umfeld. Die räumliche Differenzierung schafft eine Übersichtlichkeit und Zuordnung von Freiräumen zu unterschiedlichen Funktionen. Sie fördert somit Adressbildung und Identitätsstiftung. Die drei Höfe unterscheiden sich in ihrer Funktion und Atmosphäre:

Hortus: Der Hof an der südlichen Gebäudeecke ist durch seine umlaufende räumliche Fassung eher introvertiert gestaltet und vermittelt der Nutzung durch das katholische Frauenwohnheim einen gewissen Schutz. Der umlaufende Laubengang bietet einen engen Bezug zwischen Erschließung und Freiraum, der vergleichbar einem Klosterhof als besinnliche Ruheinsel im urbanen Raum gestaltet ist. Auch die gewünschte Übersichtlichkeit und Kontrolle ist durch die gewählte Erschließungsform gewährleistet.

Hecken- und Staudenpflanzungen gliedern den Raum auf ruhige und den- noch abwechslungsreiche Weise. Dies schafft sowohl Orte der Kommunikation und des Spielens als auch des Rückzugs und der Ruhe.

Eingangshof: Dieser öffnet sich als baumbestandendes Entree nach Westen zur Johannes-Timm-Straße, wo sich der städtische Raum vergleichsweise ruhig präsentiert. Das Entree vermittelt zwischen den privaten Höfen und dem öffentlichen Raum. Der Bezug zum Quartier wird dadurch gestärkt. Die Keilfigur des Hofes greift die städtebaulichen Gliederungsgedanken des B-Plans auf. Sie wird bis in die schützende Randbebauung im Süden geführt und mündet dort in einer schmalen aber hohen Fuge mit Durchgang zur Radlkoferstraße, die u.a. zur Schallreduktion verengt ausgebildet ist. Darüber befindet sich die große Gemeinschaftsloggia des Boardinghauses, die mit dem Eingangshof visuell eng verknüpft ist. Dem Restaurant der AIDS-Hilfe, das direkt am Eingangshof liegt, kommt die ruhige und dennoch zum städtischen Raum hin offene Situation besonders entgegen.

Der Eingangshof wird von einem lichten Baumschleier aus feinlaubigen Baumarten überspannt und bietet sowohl der Freischankfläche des AIDS-Hilfe-Restaurants als auch einem nachbarschaftlichen Miteinander einen geschützten Platz.

Großer Wohnhof: Allseitig gefasst vermittelt auch dieser Hof Schutz und eine klare Trennung von öffentlichem und privatem Raum. Er ist aber mit Öffnungen versehen und dadurch mit dem Umfeld verknüpft. Als großer Garten für die Kita und mit Grünräumen für die Anwohner dient der Hof als gemeinschaftlicher Begegnungsraum der unterschiedlichen Nutzergruppen.

Eine lockere Baumstellung verknüpft den halböffentlichen gemeinschaftlichen Teil mit der Freifläche des Hauses der Kinder. Die Höfe werden ergänzt durch Grüne Terrassen und Gärten auf den Dächern des Supermarktes und den viergeschossigen Gebäudeteilen. Hier sieht z.B. das SKF Fläche für einen Kräutergarten vor.